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therapeutische Umwelten

 
     
   
lassen sich grundsätzlich nach der Dauer des Aufenthalts unterscheiden, den Betroffene in ihnen verbringen: Mit einem kürzeren Aufenthalt ist in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen zu rechnen, eine langdauernde Unterbringung ist mit Alters-, Pflege- oder Behindertenheimen verbunden. Nutzer sind Patienten, alte Menschen, Behinderte sowie Personal und Besucher. Die physikalische Umwelt dieser Einrichtungen kann in vier Kategorien unterteilt werden: 1) öffentlicher Raum (z.B. Eingänge, Hauptflure, Wartebereiche, die Cafeteria, Parkflächen), 2) diagnostischer Raum und Behandlungsraum (Ankleide-, Ruheräume), 3) Raum mit besonderen Hygieneanforderungen (Intensivmedizin, Chirurgie), 4) patientenzugehöriger Raum (Krankenzimmer, Bäder). Niemand kann unabhängig vom anderen arbeiten, daher sind die Abläufe mit strengen Regeln verbunden, die von Patienten hohe Anpassungsleistungen erfordern.

Für die Bedürfnisse von Patienten sind verschiedene Aspekte von Bedeutung: das schnelle und richtige Finden von Wegen, physikalische Annehmlichkeiten, Kontrolle über Privatheit (auch beim Telefonieren oder bei Besuch), persönliche Territorien, Crowding, das Regulieren von Temperatur, Belüftung, Beleuchtung, Sitz- und Liegepositionen sowie symbolische Bedeutung der Umwelten (Farbe, Kunstwerke). Streß kann ausgelöst werden durch das Neu- und Fremdartige, Angst vor physischer und psychischer Bedrohung, Lärm durch Geräte, Telefon, früher auch TV und Radio, Schnarchen, Schreien, Stöhnen; Gerüche, Bedienen von Schaltern, Knöpfen, Hebeln, Möbeln und anderer Ausrüstung. Oftmals divergieren die Bedürfnisse von Patienten und Personal z.B. bei Wärme. Individuelle Wünsche werden oft vernachlässigt, es findet eine Depersonalisierung statt bei festen Hierarchien, in deren Folge Depression, Aggression und Angst einsetzen. Barrierefreies Bewegen mit Betten und Rollstühlen, gute Orientierung verringern Fremdgefühl, vereinfachen Abläufe und retten u.U. Menschenleben. Bei abnehmenden physischen und psychischen Fähigkeiten bewirken bessere therapeutische Umwelten kürzere Krankheitszeiten, u.U. eine längere Lebensdauer und "sanfte" und schnellere Eingliederung in das familiäre Leben und die Arbeitswelt oder in andere sinnvoll erlebte Tätigkeiten.

Literatur

Dilani, A. (2000). Integrating Design and Care in Hospital Planning for the New Millennium. The Second International Conference on Health and Design. 18-22 June, Stockholm, Sweden.


 
     
 
 
 
     
 
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