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Beinahe-Unfall

 
     
   
Beinahe-Unfall, kritisches Ereignis im Freizeit- und Arbeitsbereich: Es ist gerade noch einmal gut gegangen. Ein Fehler hat also zu keinem Unfall und zu keiner Verletzung geführt. Beinahe-Unfälle sind zentrale Ansatzpunkte der neueren Sicherheitspsychologie und Psychologie im Arbeits- und Gesundheitsschutz: Denn ein oft als Folge sicherheitswidrigen Verhaltens unerkannt bleibendes Ereignis bewirkt eine negative Verstärkung (Verstärkung, negative; Lernen) eben dieses Verhaltens und damit falsche Lerneffekte. Ansatzpunkt der modernen Sicherheitspsychologie ist also, nicht im nachhinein, wenn etwas "passiert" ist, zu analysieren, wie es dazu gekommen ist, sondern präventiv vorzugehen und sich der Spitze des Eisberges - sicherheitswidrigem Verhalten und Beinahe-Unfällen - verstärkt anzunehmen und Einfluß auf das kritische Verhalten (meist eingeschliffene Verhaltensweisen, bei denen "nie etwas passiert ist") zu nehmen. Man kann sogar die Störungen, die "nur" zu einer Unterbrechung und Behinderung des Arbeitsablaufes oder einer Qualitätsminderung geführt haben, als "Vorboten" eines Unfalls verstehen und deshalb systematisch untersuchen. Hierbei werden in der betrieblichen Praxis auf den ersten Blick ungewöhnliche Wege beschritten. Führungskräfte, die in ihrer Abteilung dafür sorgen, daß über einen bestimmten Zeitraum eine Mindestzahl von Beinahe-Unfälle gemeldet und damit der genaueren Analyse solcher kritischen Ereignisse zugänglich machen, werden belohnt und erhalten auf ihrem Weg "nach oben" Pluspunkte.

Literatur

Wenninger, G. & Hoyos, C. Graf (Hrsg.). (1996). Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Handwörterbuch verhaltenswissenschaftlicher Grundbegriffe. Asanger: Heidelberg.
 
     
 
 
 
     
 
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