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Arbeits- und Gesundheitsschutz

 
     
   
Arbeits- und Gesundheitsschutz, beschreibt die Summe aller staatlichen, organisationalen und individuellen Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der psycho-physischen Gesundheit. Die Arbeitsumwelt setzt rechtlich-politische (z.B. Arbeitsschutzgesetz), wirtschaftlich-kulturelle (z.B. Arbeitszeiten) technisch-wissenschaftliche (z.B. Technikstandards) Rahmenbedingungen, Gesetze und Normen. Die Organisationen bestimmen Strukturen und Abläufe, Ressourcen, Aufgaben und Ziele (z.B. Steuerung, Arbeitsgestaltung, Gruppenprozesse), während auf der individuellen Ebene des Denkens, Fühlens (Emotion) und Handelns der Organisationsangehörigen in allen Hierarchiestufen Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden. Das Handeln wird maßgeblich durch Wahrnehmungs-, Bewußtseins-, Emotions- und Motivationsprozesse bestimmt. Interventionen richten sich auf Rahmenbedingungen, Strukturen oder individuelles Handeln. Im Wettbewerb um Ressourcen für Produktivität, Qualität, Gesundheit spielen Arbeitgeber (z.B. Führungskräfte), Arbeitnehmer (z.B. Betriebsrat) und staatliche Kräfte (z.B. Berufsgenossenschaften) eine verantwortliche Rolle (Wenninger & Hoyos, 1996). Die gewerblichen Berufsgenossenschaften üben über Schulungen, Verhütungsvorschriften und Kontrollen die länderübergreifende Arbeit für die Verhütung von Unfällen und die Rehabilitation bzw. Verrentung von Unfallopfern aus. Die sinkenden Unfallzahlen der letzten Jahrzehnte sind eine Konsequenz des Stellenabbaus gesundheitsgefährdender Berufe, des Arbeitsaufkommens insgesamt und des Erfolgs der Sicherheitsmaßnahmen.

In Organisationen, die durch Vorgesetzte, Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte höchste Verantwortung für die Gesundheit der Angestellten haben, wird in zunehmendem Maße angestrebt, in einem ganzheitlich-integrativen Sicherheits-, Gesundheits- und Qualitätsmanagement alle Organisationsziele mit optimiertem Aufwand zu erreichen und eine positive Sicherheitskultur zu erreichen. Hiermit sollen nicht nur Todesfälle, meldepflichtige Unfälle und Verletzungen im Betrieb und im betrieblich bedingten Straßenverkehr verhindert werden, sondern auch Stressoren und krankheitsbedingte Fehltage abgebaut und die Produktionssicherheit sowie die Innovations- und Einsatzbereitschaft erhöht werden. Die Organisation bedient sich dazu sowohl planerischer als auch technisch-ergonomischer Hilfsmittel (Ergonomie) und Führungs- bzw. Motivierungstechniken (Führung, Motivation). Ziel ist, die Gesamtfehlerwahrscheinlichkeit zu erkennen und zu reduzieren (Fehler). Durch menschengerechte Gestaltung von Technik (z.B. Bildschirmarbeitsplätze, Pressen, Fahrzeuge) und Arbeitsorganisation (z.B. Sicherheits- und Gesundheitszirkel, Sicherheitsbelehrungen, Gefahrenanalysen) wirkt das Sicherheitsmanagement auf die Mitarbeiter ein. Besonders gruppenbasierte Maßnahmen nutzen diese als Experten, sprechen die intrinsische Sicherheits- und Gesundheitsmotivation an und sind Instrumente der Gesundheits- und Persönlichkeitsförderlichkeit (Trimpop, 1999).

Individuelle Interventionsmaßnahmen streben mit Werbung, Schulungen, Anreizsystemen und persönlichen Schutzausrüstungen an, die Wahrnehmung für Gefährdungen zu sensibilisieren, das Wissen über Gefahren und Bewältigungsverhalten und die Motivation zu sicherheits- und gesundheitsgerechtem Verhalten zu erhöhen, das angestrebte Verhalten zu trainieren und dauerhaft zu automatisieren sowie dafür zu sorgen, daß in gefahrenexponierten Situationen die Schutzausrüstungen (z.B. Schutzschuhe, Sicherheitsgurte) getragen werden. Dabei wird eine klare Priorität den systemorientierten Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen gegenüber individuellen Maßnahmen zum Schutz vor negativen Konsequenzen zugesprochen.

Literatur

Trimpop, R. M. (1999). Organisationaler Wandel: Über partizipative Organisationsentwicklungsmaßnahmen in Arbeits-, Verkehrs- Gesundheits- und Umweltschutz. Nord-West.

Wenninger, G. & Graf Hoyos, C. (Hrsg.). (1996). Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Heidelberg: Asanger.
 
     
 
 
 
     
 
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