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Geiselnahme

 
     
   
gravierender, traumatisierender Einbruch in die Intimsphäre, fast immer verbunden mit danach folgender Ängstlichkeit, irrationalen Schuldgefühlen und dem Gefühl, das eigene Leben nicht mehr selbst gestalten zu können. Die Opfer verstehen im Nachhinein nicht mehr, wie sie während der Haft gefühlt und gehandelt haben und glauben plötzlich, sie hätten alles falsch gemacht. Vor allem bei langen Geiselnahmen kommt es immer wieder vor, daß sich die Gefangenen mit den Geiselnehmern identifizieren, was für sie sehr überraschend ist und später starke Schuldgefühle auslöst: Die Gefangenen versuchen, den Geiselnehmern, die alle Macht über ihr Leben haben, alles recht zu machen - was zu einer paradoxen Dankbarkeit führt und dazu, daß befreite Gefangene den Befreiern nicht immer dankbar sind, sondern sie als Bedrohung wahrnehmen (Stockholm-Syndrom). Einsatzgebiet von Truppenpsychologen, Soldaten auf deren (Auslands-) Einsatz und den Umgang mit einsatzbedingten Belastungen wie z.B. Gefangenen- und Geiselnahme vorzubereiten (Wehrpsychologie).

Bei langfristiger Geiselnahme können trotz starker individueller Unterschiede in den Reaktionen vier Phasen der psychischen Auswirkungen verallgemeinert werden: 1) Schockphase mit allgemeiner Desorientierung, 2) akute Widerstandsphase mit Aufladung von Aversionen gegen die Geiselnehmer, 3) nach kurzer Zeit auftretende Resignationsphase mit Machtlosigkeits- und Verlassenheitsgefühl, 4) Erschöpfungszustand.


 
     
 
 
 
     
 
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