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Grundvertrauen

 
     
   
in der Existenzanalyse das tiefste und letzte Vertrauen-Können des Menschen. Vertrauen wird in der Existenzanalyse definiert als Einwilligung, sich einer haltgebenden Struktur zu überlassen, um die vorhandene Unsicherheit (Risiko) zu überbrücken. Voraussetzung dafür ist Mut von seiten der Person und Haltvermittlung von seiten des Objekts. Grundvertrauen kann somit definiert werden als (unbewußt) vollzogener Akt des Sich-Einlassens auf den "letzten" Halt - in das, was sich einem als Seinsgrund gezeigt hat. Ihm liegt die Erfahrung zugrunde, daß immer etwas "da ist", das auffängt und Halt gibt: 1) Selbstvertrauen: Ein im letzten auf sich selbst Vertrauen-Können (Selbst-Treue - zu sich stehen; Ur-Mut - Erfahrung der nicht versiegenden "Kraftquelle Leben"; Ur-Potenz - Dasein ist immer auch schon ein Können). 2) Weltvertrauen: Ur-Vertrauen und Ur-Treue (Menschen, die in lebenswichtigen Zeiten bedingungslos zu einem gehalten haben, Urerfahrung des Versorgtseins); Strukturvertrauen - "es wird schon weitergehen" (sich in einem Gefüge verstehen, in dem für einen geplant ist). 3) transzendentales Vertrauen: Vertrauen in etwas, das diese Welt trägt (Glaube - ist psychotherapeutisch als Haltung, aber nicht als Inhalt Thema).

Erlebensbezogen läuft Grundvertrauen auf das Gefühl hinaus, daß es "nie aus ist, sondern immer irgendwie weitergeht". Im metaphorischen Sinne ist Grundvertrauen das Vertrauen, daß das Dasein einen Grund hat und nicht "grundlos" ist. Die Erfahrung der Unumstößlichkeit des Grundes des Daseins geschieht zeitlebens, schon vor der Geburt (daher keine Restriktion auf eine Prägephase im 1. Lebensjahr). Das Fehlen eines tiefen Vertrauens in den letzten Halt hinter allen singulären Erfahrungen führt zu den existentiellen Defizienzgefühlen Unsicherheit, Angst, Verschlossenheit mit ihren entsprechenden Copingreaktionen.

Literatur

Erikson, E. H. (1950). Childhood and society. New York: Northon.


 
     
 
 
 
     
 
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