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James

 
     
   
William, 1842-1910, US-amerikanischer Philosoph und Psychologe. James studierte Medizin an der Harvard Universität, promovierte 1868, wurde dort 1872 Professor für Physiologie, unterrichtete auch Physiologische Psychologie, richtete sich ein kleines Laboratorium ein und wechselte 1876 in die Fakultät für Philosophie. 1907 legte er das Amt nieder und widmete sich nur seinen Studien. Der Auftrag, ein Lehrbuch der Psychologie zu schreiben, brachte ihn dazu, in zehnjähriger Arbeit das einflußreichste psychologische Werk der USA zu verfassen, die Principles of Psychology (1890). Die lehrbuchmäßige, kürzere Darstellung lieferte er mit Psychology (1892). Hierin bekämpft James die überkommene Assoziationspsychologie (Assoziation). Er integrierte die neueren Strömungen der experimentellen und physiologischen Psychologie, entwickelte allerdings keine systematische Position, was er damit begründet, daß die Psychologie eben erst eine Wissenschaft werde und daher keine theoretische Durchgliederung aufweisen könne. James konzipierte das Bewußtsein, also den Gegenstand der Psychologie, als selektiv, individuell, kontinuierlich sich ändernd, nicht aus Elementen zusammengesetzt und trennte es von den Objekten des Bewußtseins. Er prägte die Bezeichnung stream of consciousness und bereitete den Boden für den psychologischen Funktionalismus. Assoziationen und Gewohnheiten sah er als in die Ebene der Neurophysiologie, nicht die der Psychologie gehörig. Seine Theorie der Gefühle wurde als James-Lange-Theorie bekannt und behauptet die kausale Priorität der physiologischen Reaktionen vor den emotionalen. Später entwickelte James die philosophische Position des Pragmatimus (Pragmatism, 1907) und übte weiterhin - weniger durch Publikationen als durch Gespräche - starken Einfluß auf die US-amerikanische Psychologie aus. Durch seine Freundschaft mit C. Stumpf gewann seine Position auch in Deutschland Bedeutung.

Literatur

Björk, D. W. (1988). William James. New York: Columbia University Press.

James, W. (1909). Psychologie. Leipzig: Quelle & Meyer.


 
     
 
 
 
     
 
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