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Metapsychologie

 
     
   
eine psychoanalytische Betrachtungsweise, mit der ein seelischer Vorgang zu gleicher Zeit dynamisch, topisch und ökonomisch gewürdigt wird. Es wird also untersucht, welche Kräfte im Spiel sind (Triebe, Hemmungen): das ist die Dynamik. Es wird aber auch gefragt, in welchen seelischen Bereichen sich der Vorgang vollzieht (Ich, Es, Über-Ich; bewußt, vorbewußt, unbewußt): das ist die räumliche Vorstellung, die Topik. Die Ökonomie zu bedenken heißt, nach dem Nutzen zu fragen, den der Vorgang für den Menschen hat. Die Metapsychologie will also den Zusammenhang verschiedener Faktoren und psychischer Prinzipien wiederherstellen, der bei der Untersuchung von Einzelheiten vorübergehend vernachlässigt wird. Als Beispiel mag ein Unfall dienen, den jemand erleidet. Die Analyse stellt fest, daß er ihn unbewußt arrangiert hat. Den Antrieb lieferte sein Über-Ich. Der Nutzen besteht darin, daß sein Schuldgefühl durch die Befriedigung des Strafbedürfnisses abgelöst worden ist, zugleich aber darin, daß er nun Mitleid, Fürsorge und Liebe auf sich zieht. In der unbewußten Veranstaltung wirkt sowohl der Destruktionstrieb, eine Art Masochismus, als auch das Liebesverlangen, also letztlich die Sexualität mit. Dieses Ineinander zu sehen, ist Metapsychologie.Psychologische Erklärungen, die mit Begriffen arbeiten, deren Inhalt nicht mehr durch unmittelbare Beobachtung nachgeprüft werden kann, sondern solche Beobachtungen zusammenfaßt. Der Ausdruck wird vor allem in der Psychoanalyse gebraucht und bezieht sich auf seelisch nicht unmittelbar erlebte Instanzen (Es, Ich, Über-Ich) oder Triebe (Lebenstrieb, Todestrieb).
 
     
 
 
 
     
 
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