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Ödipus-Komplex

 
     
 
bei S. Freud Beschreibung der Beziehungskonstellation des Jungen zu seinen Eltern, sobald es die phallische Phase erreicht. Der Junge empfinde eine sexuelle Neigung zur Mutter, und der Vater werde als Rivale erfahren. Aus Angst vor Bestrafung in Form von Kastration (Kastrationsangst; Kastrationskomplex) verdränge der Junge seine sexuellen Neigungen und identifiziere sich – als Ausweg – mit seinem Vater. Analog sei beim Mädchen die Neigung zum Vater, die Rivalisierung mit der Mutter und schließlich die Aufgabe der sexuellen Neigung mit Hilfe der Identifizierung mit der Mutter zu beobachten (Elektra-Komplex als weibliche Variante des Ödipus-Komplexes). Die Identifizierung (und Überwindung der ödipalen Phase) erfolge durch eine Verinnerlichung elterlicher Gebote und gesellschaftlicher Normen. Die Konflikthaftigkeit dieser Situation liege vor allem darin, daß neben der Rivalisierung mit dem einen Elternteil auch immer gleichzeitig eine positive Bindung zu diesem Elternteil bestehe und Voraussetzung für die eigene Identitätsentwickung sei. Eine Störung in dieser Entwicklungsphase könne zu Problemen bei der Bildung der Identität, zu Neurosen sowie zu Homosexualität führen. So wurden z.B. in der psychoanalytischen Theorie für die Entwicklung der heterosexuellen und homosexuellen Orientierung zunächst unterschiedliche Lösungen des Ödipus-Komplexes verantwortlich gemacht. Die Bedeutung der Psychoanalyse wird in diesem Zusammenhang darin gesehen, durch Aufdecken der nicht überwundenen ödipalen Probleme zur Lösung von Neurosen beizutragen.

Literatur

Mertens, W. (1996). Psychoanalytische Grundbegriffe (2. Aufl.). Weinheim: Psychologie Verlags Union.


 
     
 
 
     
 
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