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Organisationsdiagnostik

 
     
   
die Lehre, wie sich eine Organisation erkennen läßt. Organisationsdiagnosen sind im Rahmen von Projekten der Organisationsentwicklung eine wichtige Vorgehensweise, um ein genaues Bild der Schwachstellen und Ansatzpunkte für Verbesserungsmaßnahmen zu gewinnen. Eine wesentliche Quelle sind die betroffenen Mitarbeiter. Organisationsdiagnostische Kriterien sind Führungsgrundsätze, strategische Planungen, Betriebsklima und Transparenz (Büssing, 1993). Weitere Verfahren sind die Beobachtung betrieblicher Vorgänge, die Dokumentenanalyse und Kundenbefragungen. Dazu werden bekannte Methoden der Sozialforschung, vor allem die Befragung herangezogen. Ziel ist eine valide Diagnostik von menschlichem Erleben und Verhalten in Organisationen. Dazu werden Problembereiche abgegrenzt, um mit entsprechenden Methoden wie Interviewleitfäden, Einstellungsskalen, Beobachtungskategorien oder Testverfahren, die Beschreibung des Ist-Zustandes zu vervollständigen. Dabei ist die Mitarbeiterbefragung eine häufig angewandte Methode (Kubicek & Welter, 1985).

Im Anschluß an die Analyse der Bestandsaufnahme folgt der zumeist umfangreichste Teil von Organisationsentwicklungsprojekten: die Ableitung, Planung und Ausführung von Maßnahmen. Die Koordination des Vorgehens kann dabei einer Projektgruppe obliegen, in der Mitarbeiter der betroffenen Bereiche mitarbeiten. Initiative und Verantwortung für die einzelnen Maßnahmen oder deren Teilschritte kann aber auch einzelnen Mitarbeitern zugeteilt werden. Bei Mitarbeiterbefragungen und anderen organisationsdiagnostischen Maßnahmen wird oftmals eine Projektgruppe eingerichtet, in der neben dem Organisationsentwickler Mitarbeiter aus dem Personal- und Organisationsbereich oder den durch die Untersuchung betroffenen Bereiche vertreten sind. Empfohlen wird im allgemeinen eine Gruppengröße von nicht über fünf Personen. In der Projektgruppe, die zugleich Steuerungsinstrument der Durchführung des Forschungsprozesses ist, sollte das gesamte Projekt detailliert vorausgeplant und Entscheidungen getroffen werden über die Präzisierung der Fragestellung, die Ausgestaltung des Erhebungsinstrumentariums, die Auswahl der Erhebungseinheiten, die Art der Information aller Beteiligten, die Organisation der Datenerhebung, die Wahl der Auswertungsverfahren und der Datenaufbewahrung, die Form der Berichterstattung und Rückkopplung der Ergebnisse sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen und Planungen von Maßnahmen (Nieder & Bitzer, 1990, S. 241).

Zur Erfolgskontrolle gehört die Entwicklung von meßbaren Erfolgskriterien, die Durchführung dieser Verfahren sowie deren Auswertung und Analyse. In vielen Unternehmen werden Maßnahmen, Kontroll- und Feedbackprozesse nach zwei oder drei Durchgängen abgebrochen. In vielen Fällen läßt das Engagement bei der Umsetzung der Organisationsentwicklungsmaßnahmen im Verlauf des ersten Jahres spürbar nach. Das Ideal eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wird eher selten praktiziert.

Literatur

Büssing, A. (1993). Organisationsdiagnose. In H. Schuler (Hrsg.), Lehrbuch Organisationspsychologie (S. 445-480). Bern: Huber.

Nieder, P. & Bitzer, B. (1990). Ausgewählte Methoden empirischer Organisationsforschung – ein Praxisbeispiel. Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, 3, 237-248.

Kubicek, H. & Welter, G. (1985). Messung der Organisationsstruktur. Stuttgart: Enke.


 
     
 
 
 
     
 
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