A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

 

 

personalistische Führungstheorien

 
     
   
Eigenschaftstheorien der Führung, Postulat eines Zusammenhangs zwischen Persönlichkeitseigenschaften und Führungserfolg. Das Ziel dieser Theorien besteht folglich darin, diese Eigenschaften zu identifizieren und zu messen. Unter Eigenschaften sind abstrakte psychologische Konstrukte zu verstehen, die stabile Verhaltensdispositionen beschreiben, die relativ unabhängig von situativen Randbedingungen sind. Die Eigenschaftentheorie steht für eine sehr verbreitete und einsichtige Erklärung des Führungserfolgs. Jedoch ist zu bedenken, daß dieser von mehreren Faktoren abhängig ist und personalistische z. B. durch situative Ansätze zu ergänzen sind (Situationsansätze der Führung) Der Zusammenhang zwischen Eigenschaften der Person und Führungserfolg ist empirisch gut bestätigt, wenn auch im allgemeinen nicht sehr groß. Relevante Führungseigenschaften haben zu tun mit

– Einflußbefähigung (Dominanz, Selbstvertrauen),

– sozialen Fertigkeiten (Kooperationsbereitschaft),

– Aufgaben- und Zielorientierung (Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen) und

Informationsverarbeitung (Intelligenz, Urteilsvermögen).

Der Einfluß dieser Eigenschaften ist nicht universell, sondern streut stark nach den jeweiligen Anforderungen. Personalistische Führungstheorien haben in der Praxis breite Anwendung gefunden, um in der Personalauswahl den Führungserfolg bestimmter Personen vorherzusagen. Dabei erzielt das Assessment Center-Verfahren die besten Ergebnisse. An den Ansätzen ist jedoch auch grundsätzliche Kritik geäußert worden. Zum einen geben die Eigenschaften einseitig ein Stereotyp "männlicher" Verhaltensweisen wieder. Zum anderen liegen kaum Längsschnittstudien vor, d. h. es ist nicht geklärt, ob nicht Personen die Eigenschaften erst erwerben, wenn sie bereits Führungspositionen innehaben. Schließlich gibt es soziale Schemata, nach denen Führern bestimmte Eigenschaften von anderen automatisch zugeschrieben werden, ganz gleich ob sie diese besitzen (Attribution). Als Renaissance eigenschaftstheoretischer Modelle kann die charismatische Führung verstanden werden.

Literatur

Delhees, K. H. (1995). FührungstheorienEigenschaftstheorie. In A. Kieser, G. Reber & R. Wunderer (Hg.), Handwörterbuch der Führung (S. 897-906). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.


 
     
 
 
 
     
 
<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Personalisierung
Personality Research Form
 
     
     
 

 

 
     

 

   
  Weitere Begriffe : ABS | Krech(evsky) | Quartalssäufer
PSYCHOLOGY48 | ÜBERBLICK | THEMEN | DAS PROJEKT | SUCHE | RECHTLICHE HINWEISE | IMPRESSUM
Copyright © 2017 All rights reserved. Psychologielexikon