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pränatale Diagnostik

 
     
   
umfaßt die Abklärung möglicher Risikofaktoren bereits vor der Schwangerschaft (z.B. familiäre Erbkrankheiten, Krankheiten, Medikamenteneinnahme oder Hormonbehandlung der Mutter). Durch die intensive medizinische Betreuung von Schwangeren und die vielfältigen Methoden der pränatalen Diagnostik konnte die Häufigkeit von Schwangerschaftskomplikationen und Fehlgeburten erheblich gesenkt werden. Bei Vorliegen von pränatalen Risikofaktoren werden weitere diagnostische Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von genetischen Defekten (z.B. Down-Syndrom) und Mißbildungen (z.B. Spina bifida) durchgeführt. Dies geschieht entweder mit der Amniozentese, bei der in der 16. Schwangerschaftswoche dem Fruchtwasser fötale Zellen entnommen werden, oder der Chorionzottenbiopsie über die Entnahme von embryonalen Zellen aus der Plazenta in der 12. Schwangerschaftswoche. Die anschließenden Chromosomen- und Genanalysen ermöglichen die Diagnose von Erbkrankheiten und eine definitive Bestimmung des Geschlecht des Kindes. Da beide Methoden nicht ohne Risiken für Mutter und Kind sind, wegen ihrer weitreichenden Konsequenzen (z.B. der Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch) und aufgrund der mit ihnen einhergehenden starken Technisierung von Schwangerschaft und Geburt wird ihre Anwendung auch kritisch diskutiert. Die Einführung der Ultraschalldiagnostik hat die pränatale Diagnostik revolutioniert. Neben der Erkennung pränataler Risikofaktoren und der Überwachung der pränatalen Entwicklung über die gesamte Schwangerschaft leistet sie in psychologischer Hinsicht einen wesentlichen Beitrag für die Entstehung einer Eltern-Kind-Bindung (Bindung). Während ein direkter Zugang zum Ungeborenen und seinem Erleben und Verhalten früher erst mit dem Spüren kindlicher Bewegungen oder dem Hören kindlicher Herztöne möglich war, vermittelt die Ultraschalltechnik den Eltern, vor allem auch dem Vater, bereits in der Frühschwangerschaft ein konkretes Bild vom Kind. Im letzten Drittel der Schwangerschaft wird die pränatale Diagnostik durch das Cardiotokogramm (CTG) ergänzt, das gleichzeitig die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit aufgezeichnet, um weitere Risikofaktoren wie Sauerstoffmangel oder Nabelschnurkomplikationen rechtzeitig aufzudecken.

Literatur

Willenbríng, M. (1999). Pränatale Diagnostik und die Angst vor einem behinderten Kind. Heidelberg: Asanger.


 
     
 
 
 
     
 
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