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proaktives Coping

 
     
   
bezeichnet eine besondere Perspektive zur Bewältigung von Streß. Vordergründig ist sie gekennzeichnet durch die zielstrebige Initiierung des individuellen Streßgeschehens. Wesentlich dafür ist das intrinsische Verlangen, herausfordernde und sinnvolle Aufgaben zu bewältigen und unbefriedigende Lebensumstände durch engagiertes und verantwortungsbewußtes Handeln zu verbessern. Nach der Proaktive Coping Theorie treten beim proaktiven Coping beeinträchtigende Kognitionen wie Sorgen, Angst oder selbstwertmindernde Attributionen in den Hintergrund, die für viele traditionelle reaktive Bewältigungsstrategien charakteristisch sind (Gerontopsychologie, Verhaltensmedizin). Bei proaktiver Bewältigung profitiert man von dem Bewußtsein, etwas Wichtiges zu bewegen und anspruchsvolle Herausforderungen eigenständig meistern zu können; das Handlungsergebnis erscheint gewinnbringend für einen selbst oder für Gesellschaft und Umwelt.

Notwendige Bedingungen für proaktives Coping sind eine ausgeprägte Zielsetzungs- und Zielverfolgungskompetenz, ein hohes Maß an Selbstwirksamkeitserwartung sowie positive Handlungs-Ergebniserwartungen. Zielsetzungskompetenz bezeichnet die Fähigkeit, herausfordernde und sinnvolle Ziele eigenständig festzulegen. Zielverfolgungskompetenz steht für Persistenz, Flexibilität und Kreativität in der Aufrechterhaltung des volitionalen Zielerreichungsprozesses. Selbstwirksamkeitserwartung ist das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit auch unter extremen Belastungen. Positive Handlungs-Ergebniserwartungen beinhalten die auf Erfahrung und Kenntnis beruhende Einschätzung der Konsequenzen eigenen Handelns. Das Konstrukt wird mit der Proaktiven Coping Skala psychometrisch erfaßt. Prinzipiell kann jede Person proaktives Bewältigungsverhalten zeigen. Dennoch begünstigen zeitstabile kognitive Bewertungspräferenzen, wie allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung, funktionaler Optimismus sowie kreative Visionen das proaktive Coping. Prototypische und eingängige Beispiele hierfür sind herausragende Persönlichkeiten in Wissenschaft und Gesellschaft, die infolge ihres proaktiven Handelns mit ungewöhnlichen Leistungen beeindrucken.

Literatur

Schwarzer, Ralf (2000). Streß, Angst und Handlungsregulation (4. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer.


 
     
 
 
 
     
 
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