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Agieren

 
     
   
»handeln«, vor allem, um bestimmten Gefühlen Ausdruck zu geben und so innere Spannungen abzubauen. Das geschieht oft unwillkürlich, ja gegen die äußeren Interessen des Handelnden. Manche Symptome einer Hysterie und viele Fehlleistungen lassen sich als Aktionen verstehen, die seelische Konflikte symbolhaft darstellen. In einer Psychotherapie setzen Patienten oft an die Stelle der Erinnerungen, die sie preisgeben sollten, ein Agieren, das die ursprüngliche Konflikt-Situation wiederholt. Dabei wird dem Arzt die Bedeutung zugemessen, die einmal eine wichtige Person in jenem Konflikt gehabt hat. Diese Art der Übertragung findet aber auch oft im täglichen Leben statt. In manchem Streit eines Untergebe nen mit seinem Vorgesetzten »agiert« er seine einstige Auseinandersetzung mit dem Vater, und in mancher Ehekrise wiederholt sich eigentlich nur ein Muster, das aus der Kindheit stammt. Die Möglichkeit, wie im Spiel Konflikte auszudrücken, wird jedoch auch bewußt ausgenutzt. Auf diese Weise findet eine Katharsis statt, das heißt eine »Reinigung« oder Bereinigung belastender Probleme. Viele Seelenärzte bieten ihren Patienten eine Anleitung zum »Ausagieren« (acting out) der Konflikte in Rollenspielen zwischen den Teilnehmern einer Gruppentherapie.Handeln; manchmal als Kurzform für den psychoanalytischen Ausdruck «ausagieren» (acting out) verwendet. In diesem Fall steht das Agieren des Patienten in psychotherapeutischer Behandlung (Psychotherapie) im Gegensatz zu der analytischen Grundregel (Assoziation). Der Patient setzt Phantasien in Handlungen um, statt über sie zu sprechen. Anstatt die Feindseligkeit dem Vater gegenüber bewußt zu verarbeiten, sucht er zum Beispiel Streit mit dem Wirt in einem Lokal. Agieren sollte als unbewußte Wiederholung mit oft schädlichen Folgen vom bewußten Erproben neuer Verhaltensweisen unterschieden werden, das in jeder erfolgreichen Psychotherapie sehr wichtig ist.
 
     
 
 
 
     
 
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