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Desensibilisierung systematische

 
     
   
das bekannteste Verfahren der Verhaltenstherapie, vom Psychiater J. Wolpe entwickelt, das vielfach mit der Verhaltenstherapie selbst gleichgesetzt wurde. Ausgangspunkt für die Untersuchungen Wolpes waren Experimente von J. H. Massermann 1943 zur experimentellen Tierneurose und Beobachtungen, daß experimentell neurotisierte Katzen ihre Angst allmählich wieder verloren, wenn sie in dem Käfig gefüttert wurden, in dem die "belastenden" Experimente durchgeführt worden waren, und daß sich vor allem dann die Angst reduzieren ließ, wenn die Katzen nacheinander in einer Serie von Käfigen gefüttert wurden, die dem Experimentierkäfig zunehmend ähnlicher wurden (Ethik und Tierversuche).

Inzwischen liegt mit der systematischen Desensibilisierung eine ausgefeilte Methode vor, die sich in zahlreichen Untersuchungen bei spezifischen Phobien als sehr effektiv erwiesen hat. Zentrale Bestandteile des Verfahrens sind a) Entspannung, in der Regel nach der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson (Entspannungstechniken), möglich sind aber auch andere Entspannungsverfahren, wie z.B. das Autogene Training. b) Ordnung der angstauslösenden Stimuli nach dem Grad ihrer Belastung (Angsthierarchie) und c) gestaffelte Darbietung der Angststimuli vor allem in sensu (in der Vorstellung) während der Klient entspannt ist (die eigentliche Behandlung).

Die Erfolgsraten bei der Behandlung von Phobien liegen zwischen 60% und 95%, Anwendungen erfolgten darüber hinaus auch bei sexuellen Funktionsstörungen, Drogenabhängigkeit (Sucht), Stottern, Depression u.a.m. In der Zwischenzeit gibt es Varianten der Systematischen Desensibilisierung: a) In-vivo-Desensibilisierung (in der Realität), etwa bei Tierphobien (Ähnlichkeit mit Konfrontations- und Bewältigungsverfahren). b) Kontaktdesensibilisierung. c) Desensibiliserung bei Kindern mit Hilfe von entspannenden Verhaltensweisen wie Essen, Trinken oder Streicheln, Geschichtenerzählen. d) Gruppendesensibilisierung. e) Automatische Desensibilisierung per Tonband (anstelle eines Therapeuten), die dem Klienten die eigenständige Steuerung der systematischen Desensibilisierung ermöglicht.

Literatur

Fliegel, S. u.a. (1998). Verhaltenstherapeutische Standardmethoden (4. Aufl.). Weinheim: Psychologie Verlags Union.


 
     
 
 
 
     
 
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