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Kindheitstrauma

 
     
   
seit Menschengedenken die Folgen von schweren Gewalttaten und Naturkatastrophen, bei denen Kinder und Jugendliche Opfer oder Zeugen waren. Der historische Alptraum für Kinder ist keineswegs beendet, sondern - im Gegenteil: Noch nie sind so viele Kinder und Jugendliche Opfer und Zeugen von schwerer Gewalt geworden. Die Möglichkeiten der psychischen Traumatisierung von Kindern und Jugendlichen sind vielfältig .

Die Möglichkeiten der psychischen Traumatisierung von Kindern und Jugendlichen sind vielfältig und sind lange Zeit übersehen, bagatellisiert oder auch negiert worden. Beispiele dafür sind das jahrzehntelange Übersehen der psychischen Traumatisierung von Kindern in Säuglingsheimen und Krippen (Hospitalismus) sowie in Kinderkliniken durch rigide Einschränkung der Besuchsmöglichkeiten oder dadurch, daß Kinder diagnostisch und therapeutisch "überfallen" wurden, ohne vorher altersgemäß auf diese Eingriffe vorbereitet zu werden. Ob ein Ereignis auf ein Kind traumatisierend wirkt, hängt entscheidend vom kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklungsstand ab. Was z.B. für ein Kleinkind traumatisierend sein muß, ist für einen Adoleszenten keine Belastung. Und was auf einen Jugendlichen traumatisierend wirkt, braucht bei einem Kleinkind keine Affekte hervorzurufen. Entscheidend ist die spezielle traumatisierende Situation, d.h. die Gesamtkonstellation, in der äußere Faktoren auf ein Kind in einem bestimmten Entwicklungsalter treffen und vom Kind entwicklungsbedingt mit einer spezifischen Bedeutung versehen werden (Kinderpsychologie).

Traumatisierende Situationen bestehen nicht nur dann, wenn ein Kind einen Unfall erleidet oder schwer erkrankt, sondern auch, wenn zentrale Bezugspersonen, z.B. Geschwister oder Eltern, körperlich schwer erkranken (z.B. an Krebs), schwere Unfälle mit Behinderungen erleiden oder psychisch erkranken (z.B. Depression, Schizophrenie) (Kinder kranker Eltern). Durch die in den letzten Jahrzehnten erfolgte Sensibilisierung von Professionellen und Öffentlichkeit für die vielfachen Formen psychischer Traumatisierung ist allenfalls dadurch eine gewisse Verbesserung der Situation zu verzeichnen, als eine ganze Reihe von Therapiemethoden entwickelt worden sind.

Literatur

Riedesser, P., Fischer, G. & Schulte-Markwort, M. (1998). Psychische Traumatisierung im Jugendalter - entwicklungspathologische und klinische Aspekte. In U. Lehmkuhl (Hrsg.), Sinnverlust und Kompensation (S. 153-163). München: Ernst Reinhardt.

Möglichkeiten der Traumatisierung von Kindern und Jugendlichen.


 
     
 
 
 
     
 
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