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persönliche Schutzausrüstung

 
     
   
Abk. PSA, alle Ausrüstungsgegenstände, die dazu bestimmt sind, den arbeitenden Menschen vor der Einwirkung schädlicher Energien, die die Gesundheit bedrohen, zu schützen. Der Einsatz von PSA ist eine persönliche Schutzmaßnahme, die durchgeführt werden muß, wenn bestimmte definierte Umstände oder Risikosituationen vorliegen. Das ist immer dann der Fall, wenn Gefahren nicht durch technische oder organisatorische Lösungen beseitigt werden können. Je nach Gefahrenart existieren unterschiedliche Ausführungen der PSA, z.B. Schutzkleidung und Schutzhandschuhe gegen Kontamination durch Strahlen, Krankheitserreger oder reizende Stoffe, Gehörschutz gegen Belastungen durch Lärm, Sicherheitsgurte als Sicherung gegen Absturz. Obwohl der Einsatz von PSA gesetzlich vorgeschrieben ist, treten immer wieder Akzeptanzprobleme auf. Motive, die die Tragebereitschaft beeinflussen, sind:

– mangelnder Tragekomfort: PSA behindert häufig die Arbeitsausführung, was v.a. bei schweren körperlichen Arbeiten eine Belastung darstellt. Zusätzlich ist PSA zwar häufig funktional, was die Gefahren selbst betrifft, nicht aber bezüglich anderer, die Arbeitsumgebung bedingender Faktoren, z.B. klimatische Bedingungen. Eine komplizierte Handhabung wirkt sich auch negativ auf die Akzeptanz aus.

– mangelhafte optische Gestaltung: PSA ist zu wenig am Geschmack der Zeit ausgerichtet (Impression Management, Mode).

– Beeinträchtigung der Arbeitsaufgabe: Ein Einsatz der PSA kann zu einer Behinderung bei der fachgerechten Ausführung der Arbeit führen, so beeinträchtigen Handschuhe häufig die manuelle Geschicklichkeit. Eine Kombination mehrerer PSA ist u.U. nur schwer möglich, z.B. das gleichzeitige Tragen von Staubmasken und Schutzbrillen.

– mangelndes Gefahrenbewußtsein: Das objektive Risiko wird nicht richtig eingeschätzt, v.a. bei Gefahren, deren Wirkungen erst mit zeitlicher Verzögerungen spürbar sind (z.B. Strahlen).

Interventionsmaßnahmen, die die Trageakzeptanz erhöhen, sind einerseits Verbesserungen in Tragekomfort, Handhabbarkeit und Design, andererseits Maßnahmen der Organisationsentwicklung. Verbindliche Regeln im Umgang mit PSA müssen entwickelt und allen Mitarbeitern und Führungskräften bekannt gemacht werden. Vorgesetzte müssen ihre Aufgaben als Vorbilder und bei Kontrolltätigkeiten konsequent wahrnehmen und ihre Mitarbeiter gezielt für das Tragen von PSA verstärken (Modellernen). Organisatorische Nachteile, die durch den Einsatz von PSA eintreten können, müssen reduziert werden (z.B. Zeitdruck, Streß). Informationen über den sachgerechten Umgang mit PSA, den Nutzen der PSA und die Gefahren bei Unterlassung müssen weitergegeben werden, um adäquate mentale Modelle bei den Benutzern über Gesundheitsrisiken zu schaffen. Mitarbeiterorientierung bei der Auswahl, Erprobung und Einführung neuer PSA fördert die Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Unternehmen (Gesundheitsmanagement, betriebliches).

Literatur

Strobel, G. (1996). Persönliche Schutzausrüstung. In G. Wenninger & C. Graf Hoyos (Hrsg.), Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Handwörterbuch verhaltenswissenschaftlicher Grundbegriffe. Heidelberg: Asanger.


 
     
 
 
 
     
 
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