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kindliche Depression

 
     
   
ist in bezug auf die Leitsymptome entwicklungsabhängig. Zentral sind auf jeden Fall eine gedrückte Stimmung, die sich nicht eindeutig auf die momentane Lebenslage zurückführen läßt, der Verlust von Interesse und Freude sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit. Zu nennen sind auch gestörter Appetit (der mit Gewichtsverlust einhergehen kann), Schlafprobleme (die das Ein- und Durchschlafen betreffen), Konzentrationsprobleme (die sich auf die schulischen Leistungen auswirken können) und psychosomatische Beschwerden wie zum Beispiel Kopfschmerzen. Laut ICD-10 müssen die Symptome mindestens vierzehn Tage andauern, um überhaupt berücksichtigt zu werden. Es liegen bislang wenige Daten zur Verbreitung von depressiven Störungen im Kindes- und Jugendalter vor: Generell scheint mit dem Alter auch die Prävalenz der Depression anzusteigen. Im Jugendalter sind ca. 4% davon betroffen. Ab dem Jugendalter findet man auch eine eindeutige Bevorzugung des weiblichen Geschlechts. Häufig sind komorbide Störungsbilder wie Angst- oder Eßstörungen anzutreffen. Familienstudien unterstreichen die familiäre Häufung von affektiven Störungen und weisen auf dessen enorme Bedeutung als Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression hin. Ätiologisch werden sowohl biologische sowie psychosoziale Aspekte diskutiert. Bei den psychologischen Modellen sind vor allem die Theorie der erlernten Hilflosigkeit nach Seligman, das Konzept der irrationalen Kognitionen nach Beck sowie das Modell unangemessener Selbstkontrolle nach Rehm hervorzuheben.

Kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren haben sich mittlerweile auch in der Behandlung depressiver Kinder und Jugendlicher bewährt. Eingesetzt werden beispielsweise operante Techniken, um die Zahl der Aktivitäten zu erhöhen, sowie kognitive Methoden, um depressionsförderliche Muster aufzuzeigen und neue kognitive Schemata aufzubauen. Daneben werden im Rahmen von Selbstsicherheits- und Kommunikationstrainings die sozialen Fertigkeiten von depressiven Kindern und Jugendlichen verbessert.

Literatur

Reynolds, W. M. & Johnston, H. F. (Eds.). (1994). Handbook of depression in children and adolescents. New York: Plenum.


 
     
 
 
 
     
 
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