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Orgontherapie

 
     
   
körperorientiertes therapeutisches Verfahren, das auf die Arbeiten von Wilhelm Reich zurückgeht. Sie ist eng verknüpft mit einer Vorstellung von Gesundheit, die auf dem Funktionieren biologischer Energie im Körper (von Reich "Orgon" bezeichnet, abgeleitet von "Organismus" und "Orgasmus"). Strömt diese Energie frei und kräftig durch den Körper, ist eine wichtige Bedingung für Gesundheit und für orgastische Potenz erfüllt. Ist diese Energie blockiert, entwickeln sich pathologische Symptome und körperliche Funktionsstörungen. Die Therapie besteht im Beseitigen der Blockierungen bzw. der Charakterpanzerung, die das freie Fließen des Orgons im Körper hemmen. Die Charakterpanzerung ist eine von W. Reich zum ersten Mal beschriebene körperliche Haltung, die meist von Kindheit an besteht und, durch Abwehrvorgänge gegen bedrohliche Impulse und Affekte ausgelöst, zu ständigen Charakterzügen geworden ist. Nach Reich läßt sich der Körper aus funktionaler Sicht in sieben muskuläre Segmente unterteilen:

– das okulare Segment (steife, unbewegliche Stirn, herabgesetzte Beweglichkeit der Augen),

– das orale Segment (Spannung in den Lippen und Kinnbacken),

– das zervikale Segment (steifer Nacken, angespannte Muskeln),

– das thorakale Segment (unbeweglicher, starrer Brustkorb),

– das Zwerchfellsegment (Krümmung der Wirbelsäule nach vorne),

– das abdominale Segment (angespannte, harte Bauchmuskulatur),

– das pelvikale Segment (Verkrampfungen im Beckenbereich).

In der Orgontherapie wird vor allem über die Atmung und durch Massage (Rolfing) auf diese verkrampften Muskeln und Muskelpanzer eingewirkt. Denn: Drosselung der Atmung bedeute Dämpfen von Vitalität und Ausdruck und ist nach W. Reich ein Kennzeichen des neurotischen Menschen, der die Inspiration ebenso wie den zwischenmenschlichen Kontakt auf das Nötigste beschränke: Er kontrolliert sorgfältig dosiert den Fluß seiner Atmung wie den seiner Beziehungen. Wichtiger Bestandteil der Orgontherapie ist außerdem die charakteranalytische Arbeit mit dem Klienten, bei der z.B. die Widerstände des Klienten gegenüber der Therapie offengelegt und bearbeitet werden (Aqua-Energetik, (Bioenergetik, Körperorientierte Psychotherapie, Radix-Gefühlserziehung).

Literatur

Baker, E. F. & Nelson, A. (1983). Orgontherapie. In R. J. Corsini (Hrsg.), Handbuch der Psychotherapie. Weinheim: Beltz.


 
     
 
 
 
     
 
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