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Schwererziehbarkeit

 
     
   
zusammenfassende Kennzeichnung von Verhaltensweisen einer Person, die von der sozialen Norm abweichen; mangelnde erzieherische Beeinflußbarkeit; ein Begriff, der in den dreißiger Jahren favorisiert wurde, heute in der wissenschaftlichen Diskussion kaum noch benutzt wird. Allerdings gibt es auch heute noch immer keine einheitliche Terminologie, sondern eine Vielfalt von Begriffen, die je nach wissenschaftlicher Richtung und je nach Standort Verwendung finden. Zur Zeit werden vor allem die Begriffe Verhaltensauffälligkeit, Verhaltensstörung und Erziehungsschwierigkeit verwendet: verminderte oder erschwerte Beeinflußbarkeit von Kindern und Jugendlichen durch Erziehungspersonen, der eine geistige Behinderung oder früh erworbene Verhaltensstörungen als Folge ungünstiger Erziehungsbedingungen (z.B. Scheidungsfamilien, Gewalt, sexueller Mißbrauch, Vernachlässigung von Kindern) zugrunde liegen kann. Zu den Symptomen von Schwererziehbarkeit zählen offene Aggression, Lügen und Stehlen. Kinder, die z.B. wiederholt in die gleiche unerträgliche Situation von Gewalt geraten, entwickeln Strategien der Selbstbetäubung. Sie erleben die ihnen zugefügten Handlungen, als seien sie selbst kaum beteiligt und als könnten sie dabei nichts empfinden. Sie hören, sehen und spüren nicht. Später wissen sie nichts und erinnern sich an nichts. Freilich stehen diese Kinder in Gefahr, jegliche belastende Erfahrung auch im späteren Leben nach demselben Muster abzuwehren. Sie erscheinen unzugänglich und unnahbar. Je eindringlicher ein Erzieher ihnen zu Leibe rücken will, desto weniger zugänglich erscheinen sie. Diese Erfahrung macht hilflos und führt schnell zur typischen Feststellung der Schwererziehbarkeit oder Unerreichbarkeit. Diese Feststellung bleibt wie ein Stigma an dem Kind haften: von Schule zu Schule, von Heim zu Heim. (Erziehungsberatung, Behinderung; Behinderung, geistige; Sozialisation).


 
     
 
 
 
     
 
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