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Sozialisationsbedingungen schulische

 
     
   
umfassen den Einfluß der Schule auf die Entwicklung von Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltenstendenzen (Schulpsychologie, Pädagogische Psychologie). Der manifeste Effekt wird eher gering eingeschätzt: Studierende nannten äußerst selten Schule und Lehrer als Einflußfaktor für soziales und politisches Engagement. Politische Anregungen durch Lehrer spielen – im Gegensatz zu Gleichaltrigen und Eltern – nur eine untergeordnete Rolle bei der Ausbildung politischer Orientierungen (Politische Sozialisation). Um zu konkreteren Aussagen zu kommen, muß der Einflußbereich Schule differenziert werden in:

Schule als räumliche und institutionelle Umwelt, ihr Lern- und Kreativitätsklima,

– Bildungskonzepte, z.B. für politischen Unterricht, Religionspädagogik, Umwelt- und Friedenserziehung,

– Unterrichtseinheiten und deren Curricula,

Interventionen wie Rollen- und Simulationsspiel.

Programmatische und didaktische Konzeptionen für politische und religiöse Bildung, für Friedens- und Umwelterziehung liegen so vielfältig vor, daß sie nur noch durch Literaturdokumentationen überschaubar zu machen sind. Fruchtbar erscheint dabei die Berücksichtigung differenzierter Lernzieltaxonomien. Auch an psychologischen Reflexionen über die kognitiven, affektiven und motivationalen Bedingungen schulischer Werterziehung und Überzeugungsbildung ist kein Mangel (Werte). Selbst empirische Studien zur Ausgangslage (politische, religiöse, friedens- und umweltbezogene Kognitionen und Haltungen) liegen vor. Mangel herrscht an kontrollierten Wirkungsstudien, weshalb nur einige punktuelle Ergebnisse genannt werden können (Evaluation):

1) Politik- und Religionsunterricht, schulische Umwelt- und Friedenserziehung können neben Kenntnisvermittlung auch Einstellungsänderungen bewirken (Einstellung). Konventioneller Unterricht ist jedoch vielfach wenig wirksam oder gar kontraproduktiv;

2) Rollenspiele sind eine effektive Methode zur Änderung von Einstellungen und zum Abbau von Vorurteilen. Auch die Simulation politischer Entscheidungen erwies sich als wirksam, um beispielsweise – in einer penetrant systemkonformen Weise – die negativen Auswirkungen des Watergateskandals auf das politische Bewußtsein von Studierenden wieder in Richtung Vertrauen und Loyalität zu bewegen;

3) Durch die Bearbeitung von moralischen und religiösen Dilemmata wird die Entwicklung des religiösen Urteils stimuliert (moralische Entwicklung).


 
     
 
 
 
     
 
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