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transpersonale Affekte

 
     
   
Abk. TPA, emotive Zustände oder Stimmungen, bei denen die innere Verbindung zum anderen, zur Natur und zur Gesellschaft in den Vordergrund tritt. Grenzen wie etwa die Subjekt-Objekt-Differenz hingegen verlieren an Bedeutung. Es handelt sich um Erlebnisformen, die nicht über die erste Person Singular wie “ich denke”, ”ich fühle” oder “ich meine” hinreichend charakterisiert sind. TPA kennzeichnen Erfahrungen “über-die-Person-hinaus”. Einer allgemeinen Einteilung folgend kann man innerhalb des Affektapparats (Emotion) drei große Affektgruppen unterscheiden: 1) Primäraffekte, die v.a. psychobiologisch bestimmt sind und ein spezifisches Expressionsmuster aufweisen (Angst, Freude, Wut, Trauer. 2) selbstevaluative Affekte oder me-emotions: Sie sind an die Ich-Entwicklung und an das Selbstsystem geknüpft und in starkem Maße sozialisiert, das heißt durch die Regeln, Normen und Erwartungen der jeweiligen Gesellschaft bestimmt. Scham- und Schulderleben, aber auch Kränkungen, Neid, Eifersucht oder Stolz werden hier eingeordnet. 3) TPA: Sie setzen eine erfolgreiche Ich-Entwicklung voraus, und sie transzendieren die gegebenen sozialen Normen und Vorstellungen. Sie entstehen so auf dem Boden reziproker Toleranz, Pluralismus und Universalismus und sind demnach nicht durch die konventionellen Regeln einer Gesellschaft hinreichend beschrieben (K. Wilber, 2001). Beispiele sind Demut, Gnade, Empathie, Eins-sein mit der Natur, unterscheidende Weisheit oder auch Güte.

An dieser Stelle hat der Affektapparat des Menschen eine wichtige Beziehung zu Mystik und Spiritualität (Transpersonale Psychologie). Daraus ergibt sich die Unterscheidung in präkonventionelle und postkonventionelle emotive Zustände. Man spricht auch von der prä-trans-Differenz. S. Freud hat transpersonale Affekte im wesentlichen auf präverbale, primärnarzißtische Zustände zurückgeführt, indem TPA durch einen frühkindlichen Regressionsvorgang am besten charakterisiert sind. C.G. Jung dagegen hat TPA als von Anfang an gegeben angesehen und bereits in frühkindlichen und prärationalen Zuständen identifiziert. Die Kognitionspsychologie schließlich beschreibt unterschiedliche Affektzustände als einen maladaptiven Vorgang. Hier werden TPA vor dem Hintergrund ihrer Fähigkeit betrachtet, ob sie eine Anpassung an gegebene gesellschaftliche Vorgänge erlauben oder verhindern (Emotionen-Klassifikation).

Literatur

Wilber, K., (1999). Naturwissenschaft und Religion. Frankfurt: Krüger.


 
     
 
 
 
     
 
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