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Thanatopsychologie

 
     
   
Die psychologische Vorstellung vom Tod (griech. thana-tos) bildet sich in der Kindheit erst schrittweise. Ein «reifes» Todeskonzept verfügt über Einsicht in die Irreversibilität (Endgültigkeit), Nonfunk-tionalität (Fehlen aller Lebenstätigkeit) und Universalität (der Tod trifft alle Lebewesen und ist grundsätzlich unvermeidlich). Bis zum Alter von fünf Jahren fassen Kinder den Tod als eine Art Schlaf auf («Warum graben wir die Omi jetzt nicht wieder aus?» fragt die Fünfjährige nach der Beerdigung) ; spätestens mit zehn Jahren wird der Tod von ihnen korrekt erfaßt. In der Untersuchung Sterbender hat sich herausgestellt, daß sie phasenweise gegen das nahende Ende ihres Lebens rebellieren, es nicht wahrhaben wollen oder darüber zornig sind, abgelöst von eher akzeptierenden oder ruhig-traurigen Perioden. Kompliziert wird die seelische Situation Sterbender heute vielfach dadurch, daß in den technisch durchorganisierten Kliniken für «aussichtslose Fälle» kein Platz ist. Medizinisches und Pflegepersonal reagieren nicht selten auf ihre Gegenwart mit Hilflosigkeit, Schuldgefühlen und latent aggressiven Stimmungen. Dem daraus resultierenden Verhalten der Distanzierung (seltene Besuche), Versachlichung (Instrumentendiagnostik) und Überaktivität (medizinische Eingriffe, welche die Lebensqualität eher verschlechtern) versucht man in speziellen «Sterbekliniken» oder Hospizen entgegenzuarbeiten. Die seelische Belastung ärztlicher und pflegerischer Berufsgruppen durch die Begegnung mit dem Tod kann in Super-vision bearbeitet werden.
 
     
 
 
 
     
 
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