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Verkehrspsychologie

 
     
 
untersucht die psychischen Bedingungen des Verhaltens im Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Geprüft werden zunächst die Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane, die Schnelligkeit der Reaktion, die Wirksamkeit bestimmter Signale. Dabei spielen Veränderungen durch Müdigkeit, Alkohol und Tabletten-Konsum, im Altersablauf oder durch Beispiel eine wichtige Rolle. Tiefer geht die Frage nach Gefühlen, die im Verkehrsverhalten zum Ausdruck kommen, obwohl sie aus anderen Zusammenhängen stammen. So äußert mancher Mensch am Steuer seines Autos Aggressionen, mit denen er auf Enttäuschung (Frustrationen) in seinem beruflichen oder Liebes-Leben reagiert. Namentlich jüngere Leute erleben mithilfe ihrer Verkehrs-Maschine einen Zuwachs der eigenen Macht, der sie zum Mißbrauch und zur Selbstüberschätzung verführt. Selbst wenn die Gefahren erkannt werden, auf die man sich einläßt, können sie zu einem Spiel mit dem Tode verleiten, das dem der Gladiatoren ähnelt. Das Schicksal wird herausgefordert, weil man sich ihm überlegen zeigen will. Im Verhältnis zu anderen Verkehrsteilnehmern werden Rivalitäten ausgetragen, auf die man sich anderswo kaum einlassen dürfte. Doch läßt zugleich das Beispielder anderen das eigene Risiko berechtigt erscheinen. Besonders anfällig für die Verlockung durch die Gefahren des Verkehrs ist ein Menschentyp, den man als Unfäller bezeichnet, weil er immer wieder in Unfälle verwickelt ist, die er aus unbewußten Motiven geradezu arrangiert. Insgesamt ist die Verkehrspsychologie ein besonders deutliches und aktuelles Beispiel dafür, wie wichtig es wäre, die Einsichten der Seelenkunde praktisch anzuwenden, hier in der Formulierung von Verkehrsregeln, in der Gestaltung der Verkehrseinrichtungen, in der Verkehrserziehung –und auch in der bewußten Selbstkontrolle.Teilgebiet der angewandten Psychologie, das sich mit dem menschlichen Verhalten im Straßenverkehr, in Eisenbahn, Schiffahrt und Luftverkehr befaßt. Aufgabengebiete sind die Untersuchung der Eignung von Fahrern (Schiffskapitänen, Piloten), wobei neben der Tüchtigkeit der Sinnesorgane (Sehschärfe, Farbwahrnehmung, Gehör) und der Reaktionsschnelligkeit vor allem die charakterliche Befähigung geprüft wird (Persönlichkeit, Test). Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß der weit überwiegende Teil aller Unfälle im Straßenverkehr durch eine Minderheit der Kraftfahrer ausgelöst wird. Die Versuche, einen eigenen Persönlichkeitstypus des «Unfällers» zu ermitteln, sind jedoch noch nicht befriedigend geglückt. Fahrergruppen mit besonders hohem Risiko sind junge Männer unter 25 Jahren, die dazu neigen, ihr Können und die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs zu überschätzen, sowie alte Menschen mit körperlichen Leistungseinbußen.
 
     
 
 
     
 
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